Saturday, 21. january 2012
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Es ist keine Schadenfreude, die ich empfinde, wenn ich lese, dass Schlecker insolvent ist, aber ich gestehe, eine gewisse Genugtuung schon.
Vor vielen Jahren lag ich in einer Massagekabine und bekam durch Zufall ein Gespräch mit, in dem eine Mitarbeiterin solch einer Filiale total frustriert über
ihre Arbeitsbedingungen erzählte. Ich recherchierte etwas im Netz und dann war klar, dass das allgemein in dieser Kette üblich war, nicht nur in diesem Laden.
Als die neue Generation übernahm, interessierte es mich, ob sich was zum Positiven ändern würde, aber ich hatte eher das Gefühl, dass das nur äußerlich war.
Im Gegenteil, jetzt wurde zusätzlich noch deutlich für wie beschränkt man auch die Kundschaft ansah. Erinnert Ihr Euch an die vollkommen bescheuerte Werbung,
in der die Teller abgeschleckt anstatt abgespült wurden? Oder gibt es einen selten dämlicheren Slogan als dieses gehirnzersetzende Denglisch?
Leider habe ich bisher nur bei Schlecker Drops gefunden, die Salbei und Islamoos kombinieren. Es kann doch nicht sein, dass man als Kundin direkt ein schlechtes
Gewissen bekommt, wenn man wegen einem Einkauf ausgerechnet diese Drogeriekette besuchen muss, oder? Aber genauso erging es mir. Ich habe streng drauf geachtet ja kein weiteres Produkt zu
erstehen, selbst wenn es auf meinem Einkaufszettel gestanden hat und ich dafür noch woanders hingehen musste. Keinen Cent zu viel wollte ich dort lassen.
Man kann als Firmenleitung nicht derart eiskalt mit Menschen umgehen. Und drum ist diese Insolvenz für mich ein positives Signal. Es zeigt, dass sehr
viele Kunden sich das nicht mehr haben gefallen lassen und zu andern Läden abgewandert sind. Die Füße haben entschieden.
Jetzt hoffe ich, dass dieser Firmenzusammenbruch allgemein ein Signal für die großen Konzerne ist, dafür zu sorgen, dass wieder Menschlichkeit einkehrt.
Denn es gibt viele Konzerne, die ähnlich drauf sind wie Schlecker. Es muss sich meiner Meinung nach dringend was ändern in der Ausbildung der Führungskräfte und zwar in Richtung
Herzensbildung.
Mein Wunschtraum für die betroffenen Mitarbeiterinnen: Dass dm die Kette übernimmt. Denn bei denen stimmt die Firmenphilosophie. Mitarbeiter sind dort noch
etwas wert.