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28. November 2011 1 28 /11 /November /2011 08:53

Übers Fernsehen wird ja gerne geschimpft, es sei niveaulos und brutal.

Aber im Gespräch kommt dann raus, dass das doch ganz gerne gesehen wird. Mal ehrlich, jeder hat doch so seine Lieblingsserien oder -reihen.

 

Natürlich konnte ich mich dem lange auch nicht entziehen. Es fing schon in der Kindheit an mit Bonanza, Catweazle und dem Raumschiff Enterprize. Später waren es eher Krimis, die mich in den Bann zogen.

Und nicht wenig Schund zog ich mir so nebenbei rein, als ich für Klausuren nicht im stillen Kämmerlein, sondern im lauten Wohnzimmer lernte, weil ich meiner Mutter Gesellschaft leistete, die sich für manche Serie begeisterte. Da kreischten sich drei ältere amerikanischen Damen durch die Bildschirme, nervten sich Familien gegenseitig oder lebten sogar ihre Abneigung auf witzige Art und Weise aus. Je sarkastischer, desto besser.

 

Nach dem Tod meiner Mutter wandelten sich die Bilder in dem Kasten, aber ich verbrachte immer noch viel zu viel Zeit davor. Dokus erweckten nun verstärkt mein Interesse, vor allem über andere Lebensweisen und Religionen.

 

Dieses Interessensgebiet besteht heute noch, die Zeiten, in denen ich fernsehe, haben sich jedoch radikal reduziert.

Das richtige Leben ist einfach viel spannender.

 

Wenn ich so durch die Kanäle zappe, um den Wunschkanal zu finden - ich kann mir die Nummer nach der x-ten Umstellung immer noch nicht merken *zugeb* - dann betrachte ich inzwischen den gebotenen Fernsehalltag durch den konsequenten Ausstieg aus dem üblichen Fernsehkonsum staunend wie ein Alien.

Und das kann ich jedem empfehlen das auch auszuprobieren.

 

Erst wenn man sich dem Ganzen entzieht und zwar über eine lange Zeit, dann erkennt man die Manipulation hinter dem Gebotenen.

Und wenn man zusätzlich ganz andere Informationsquellen nutzt aus dem Internet, dann fällt einem umso mehr auf mit wie vielen Fehlinformationen die Massen gefüttert werden. Oder wie lange Dinge ignoriert werden, die eigentlich schon längst bekannt sind. Der Finanzcrash z.B. war schon Monate vorher im Internet angekündigt, da wurde in den Medien immer noch die Info verbreitet die Rente sei sicher, Lebensversicherungen und das Riestern seien eine hervorragende Möglichkeit fürs Alter vorzusorgen und so weiter und so fort. Das nenne ich ganze Menschenmassen bewusst ins offene Messer rennen lassen.

 

Und mehr noch, dieses lange Nichtwissen wurde auch noch krass ausgenutzt.

Ständig stolperte man z.B. über Werbung, die einen einlud Gold zu Geld zu machen, nur weil es nutzlos im Schmuckkasterl rumlag. Las man dagegen im Netz, fand man eher Tipps, die dazu aufriefen Silber und Gold als Notgroschen bereit zu halten für schwierige Übergangszeiten, in denen man u.U. Tauschmittel brauchen wird.

Das sind so kleine Beispiele, die zeigen, wie durch gezielte Falsch- und Nichtinformation ganze Massen dazu bewegt werden etwas zu tun, das nicht für sie selbst hilfreich ist, sondern für einige wenige Menschen, die aus den sich ankündigen Katastrophen bereichern.

Das Schlimme: Es funktioniert auch noch!

 

Wie manipulativ das Fernsehen ist, das erkennt man nur, wenn man sich dem lange genug entzieht. Und erst dann merkt man wie skuril die gebotenen Kunstwelten eigentlich sind.

 

Vielleicht reizt Euch ja das Experiment über ein paar Monate aus dem blinden Konsum auszusteigen.

Und dann betrachtet kritisch das, was Ihr Euch sonst gerne rein gezogen habt.

 

Wie schwachsinnig wirkt plötzlich eine Lieblingsserie?

Wie niveaulos?

Wie aggressiv ist die Grundstimmung und was macht das mit einem?

 

Es sind unsere Bilder im Kopf, die die zukünftige Wirklichkeit gestalten werden. Wollen wir genau diese Welt, die uns über diesen Kasten vorgesetzt wird? Voller Kriege, voller Vergewaltigungen, voller Respektlosigkeit und Abhängigkeiten?

Wie sollte dagegen eine Welt sein, in der wir uns wohl fühlen?

 

 

Bei der Vorstellung über Monate auszusteigen, welche Gedanken kommen Euch da?

"Das ist mir zu anstrengend. Ich weiß ja gar nicht was ich sonst tun soll." 

"Die Arbeitswoche ist zu mühsam, ich will einfach nur auf der Couch entspannen."

"Das Experiment fange ich erst nach den Feiertagen an, denn da laufen ja die besten Filme."

 

Echt spannend: Sich mal mit einem Block hinzusetzen und dann aufzuschreiben, was das Fernsehen für eine Rolle spielt im Leben. Was für einen Zweck erfüllt es?

Ich habe so etwas mal vor Jahren gemacht, die Erkenntnis war alles andere als angenehm.

Beispiele:

- Einsamkeit übertünchen (und einsam kann man auch sein, wenn einen viele Menschen umgeben)

- Nicht wahrnehmen wie öde das Leben eigentlich ist.

- Gefühle nicht hochkommen lassen wie Ängste, geringer Selbstwert, Wut,... 

- Ablenken von dem Umstand, dass man total unzufrieden ist mit dem Beruf, mit dem Alltag.  

- Sich vorspielen, es sei doch alles eigentlich ganz okay.

Dadurch bleibt man aber drin in der Scheiße und befreit sich nicht.

 

Bewußt aufs Fernsehen zu verzichten, oh, das kann verdammt viel bewirken.

Aber ist man bereit dazu das auszuhalten, vor allem das Unbehagen durch den Entzug?

 

Ich kann Euch jedoch dazu ermuntern, das Leben wird dadurch wieder leben-diger und es wird sich einiges zum Positiven verändern. Dann, wenn man die Phase überwunden hat, indem die Sucht einen zurück ziehen möchte.

Und man ist weniger manipulierbar. Das Ausmaß der Manipulation merkt man allerdings blöderweise erst nach einer ausreichend langen Zeit der Abstinenz.

 

Doch, es rentiert sich das Experiment einzugehen.

 

 

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Kommentare

Shushan 11/28/2011 12:23

Hallo,
Du hast (wieder mal) Recht, ich kann Dir nur zustimmen. Als ich meine erste eigene Wohnung hatte, lief bei mir der Fernseher auch recht oft. Doch vor ein paar Jahren, eigentlich durch einen Zufall,
kam es, dass wir nach einem Umzug gar kein Fernsehen mir hatten. Zuerst war das ungewohnt, aber dann fanden wir es toll! Nicht nur die "dazugewonnene" Zeit gab den Ausschlag, sondern vor allem
unsere Lebensqualität war spürbar gestiegen. Entspanntes Plaudern bei einem Glas Wein, gemeinsam noch in der Wohnung "werkeln" oder einfach früh ins Bett gehen und noch eine Runde lesen. Unser
Schlaf hat dadurch eine deutlich bessere Qualität bekommen! Allerdings muss ich dazu sagen, wir hatten schon ein Fernsehgerät, einen Beamer, um genau zu sein und haben ab und zu DVDs geguckt. Aber
wir hatten keinen Reciever für das laufende Programm. Das ist etwas völlig anderes, ob man gemeinsam einen Film schaut und sich dann darüber unterhält oder ob man wahllos herumzappt.
Letztes Jahr, kurz vor der WM, hat meinen Mann doch die "Sehnsucht" gepackt und er hat sich so ein Reciever-Teil gekauft. Allerdings so ein "System", dass nicht alle Programme hereinbekommt (frag
mich nicht, wieso). Wir bekommen nur die öffentlich-rechtlichen Sender herein, jedoch keinen einzigen privatrechtlichen.
Was soll ich sagen? Für uns reicht das völlig! Das Fernseh-Abgewöhnen wirkt immer noch nach, in aller Regel bleibt der Fernseher abends aus, außer, wir wollen gezielt etwas ansehen. Die einzige
alte Gewohnheit, die sich wieder eingeschlichen hat, ist das Tatort-schauen am Sonntag abend. Ab und zu am Donnerstag noch "quer". Und darauf freuen wir uns die ganze Woche!

Ich kann Dein Experiment nur jedem ans Herz legen! Mir hat es absolut gut getan!

Die nächste Stufe wäre dann, den Internet-Konsum auf Null zu schrauben. Ääääääääh, ja. Irgendwann mal. Vielleicht. Wir haben ja Zeit. Mehrere Leben? Naja, mal sehen *lach*

Liebe Grüße!
Shushan

Tatzelwurm 12/01/2011 11:43



Waaaaaaaaaah, Internet-Konsum auf Null schrauben .... *ächz* Noch völlig undenkbar diese Vorstellung. *zugeb*


Wobei das momentan zwangsweise runter geschraubt ist, da ständig das Leben dazwischen kommt. *lach* Man sieht es an den Riesenabständen der Beiträge hier. Und beim E-Mail-beantworten schaut es
grad noch übler aus. Neeeeee, aber so ganz ohne Netz ... *irre guck*


Liebe Shushan, einen lieben Adventsgruß quer durchs Netz geschickt *in Deine Richtung winkfuchtel*, Monica


 



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