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2. November 2010 2 02 /11 /November /2010 09:13

Heute kam die Frage auf, ob Allerseelen ein Feiertag für Schamanen ist? Und sicher wäre die nächste Frage gewesen wie er gefeiert wird.

 

Das, was den wenigsten Menschen bewusst ist, Schamanismus ist keine Religion, eher eine Lebensart und Aufgabe. Drum gibt es Schamanen, die gleichzeitig z.B. Christen oder Buddhisten sind.

In einer Reportage über Musiktherapie habe ich einen Heiler erlebt, der nicht nur mit Klängen arbeitet, sondern auch schamanische Elemente in seine Arbeit einfließen lässt, der ist gleichzeitig Sufi. Also sind Schamanen wohl in jeder Religion vertreten.

 

Viele Schamanen sind durch ihre grenzüberschreitende Arbeit einfach offener und schätzen auch die Perlen der anderen Religionen.

Steckt man sie automatisch in die Heiden-Ecke, ohne zu überprüfen, welche religiöse Einstellung jemand hat, dann wird man ihnen nicht gerecht.

 

Schaue ich mir die Schamanen an, die ich kenne, dann leben sie die Rituale der schamanischen Tradition parallel zur religiösen. So wie auch bei uns früher die alten volksmagischen Traditionen stark ins Leben miteinbezogen waren. Da hat man noch geräuchert, hat den unsichtbaren Wesen was hingestellt, hatte bestimmte Regeln zu den Rauhnächten und anderen besonderen Tagen.

 

Wie halte ich es selbst?

Auch bei mir finden sich einerseits der religiöse Bereich, andererseits das schamanische Leben.

Christentum, das sind meine Wurzeln, da ich hier in dieser Region geboren bin. Die evangelische Gemeinde, in die ich per Wohnort hineingeplumpst bin, war jedoch einfach nur abschreckend. Der Religionsunterricht war ähnlich. Ich bekam also mehr von meiner katholischen Verwandtschaft mit und fand erst in Taizé meinen Weg.

Die Konsequenz: Aus der evangelischen Kirche bin ich ausgetreten, sie paßte nicht wirklich zu mir. 

 

Katholizismus als Alternative? Da werden mir Andersdenkende noch zu sehr verurteilt und ausgegrenzt. Und der ökumenische Gedanke wird nicht wirklich geschätzt.

Freikirchen? Oft nur dem Namen nach frei.

Also, was bleibt? Den Glauben ohne Kirchenzugehörigkeit leben. Genau dazu habe ich mich entschlossen.  

 

Auch bei mir finden sich traditionelle, christliche Rituale, Feste, Bücher, etc. Daneben vieles aus anderen Religionen, da ich gerne vergleiche und aus der ganzen Vielfalt lernen möchte. Und dann gibt es eher schamanische Rituale wie das sich bei den Geistwesen bedanken, Opfergaben,...

 

Und Allerseelen? Mir war dieses Jahr danach einen speziellen Altar aufzubauen, zu orakeln, meinen Ahnen einen Wacholderschnaps zu spendieren. Aber mich zog es nicht auf den Friedhof, weil ich mit ihnen überall und jederzeit Kontakt haben kann.

Hier in der Wohnung ist mein Lieblingsort an sie zu denken.

 

Tassilo-Wasserfall-Hochkreutz-006.jpg

 

Auf dem Balkon habe ich sogar einen Extrastein für sie. Der bekam diese Gedenkfunktion, da es mir in einem Film so gut gefallen hat, dass eine Dame den Grabstein ihrer geliebten Tante einfach auf ihren Balkon hat stellen lassen. Und dort bekommt die Tante nicht nur Lichterl hingestellt, sondern auch ihren Kaffee vorgesetzt. Und die Nichte hockt sich daneben und redet mit ihrer Tante. So sollte es sein. Diese Freiheit sich den Ort des Gedenkens oder der Trauer frei zu wählen, das gefällt mir.

Den Stein mit dem Salamander hatte ich von einer Freundin meiner Mutter geschenkt bekommen. Er eignet sich für diese Aufgabe hervorragend.

 

Allerseelen, das ist bei mir jetzt also kein besonderer Tag, eher einer wie sonst auch.

Und das macht vielleicht den Unterschied aus. Sterben und Tod, das sind für mich keine Tabuthemen, ich grenze sie nicht aus meinem Leben aus. Ich lebe es vielleicht nur ein Stückchen mehr so wie es unsere Vorfahren früher gemacht haben. Und das bereichert ungemein.

 

Vielleicht ist das das Schamanische an meinem Allerseelen, sich alle Freiheiten zu nehmen. Bei Anbruch der Dunkelheit auf den Friedhof zu gehen, das Kerzenmeer zu bewundern und dabei die unsichtbaren Anwesenden zu grüßen. Aber auch alte Rituale miteinzubeziehen, über Samhain zu recherchieren und zuhause zu fragen, wer von den Ahnen oder Geistwesen seinen Kaffee mit und wer ihn ohne möchte. Den Stuhl so zurecht zu rücken, dass man drauf gut sitzen kann, wenn man im Kreis mit dabei sein möchte. Und dabei nicht die Schokolade- und die Salamiliebhaber vergessen.

 

"Happy Halloween!" ist da ziemlich weit entfernt, dafür fühle ich mich gut eingebunden in den Kreis der Ahnen und unsichtbaren Helfer.

 

Das macht für mich ein gelungenes Allerseelen aus.

 

 

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Published by Tatzelwurm - in Schamanismus
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