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29. Januar 2014 3 29 /01 /Januar /2014 22:38

Nach Schamanenzeichen wurde ich gefragt.

 

*kicher* Meine Antwort gefällt aber wieder mal nicht.

 

Denn das ist nichts Spektakuläres wie gedacht, sondern Zeichen aus dem stinknormalen Alltag, die natürlich sterbenslangweilig sind, wenn man andere Erwartungen hatte.

 

Ist ja klar, Zeichen oder Symbole, die schamanisch genutzt werden, die sind aus fremden Kulturen natürlich viiiiiiiiiiiiiiel spannender. Unsere kennt man schon, vielleicht auch noch aus Großmutters Zeiten und dann ist das nichts Besonderes mehr. Aber sorry, genau damit arbeitet man nun mal schamanisch, wenn einem der regionale Schamanismus am Herzen liegt.

 

Da ist - um mal bei den sog. Krafttieren zu bleiben - vielleicht nicht der beeindruckende Kondor ein Thema, sondern eine stinknormale Ameise.

Aber schaut Euch die mal an, was sie alles bewegen kann. Wie sie vielleicht den Wald mit einer ungeheuren Kraftanstrengung säubert oder blitzblank sie u.U. Knochen abnagen kann, die direkt neben ihrem Bau landen. Wie ungeheuer faszinierend sind die sozialen Strukturen und allein schon dieses Gewusel?

 

Ein anderes Beispiel ist das Hirschgeweih am Haus. Es fällt einfach nicht mehr auf, da es an vielen Häusern hängt und man stuft es vielleicht gedankenlos nur als altmodischen Häuserschmuck ein. An ein modernes Haus käme so etwas sicher nie und nimmer. Andererseits ist auch das ein wichtiges schamanisches Symbol, das energetisch aufgeladen den Hirschgott symbolisiert, der auf das Haus sehr gut aufpassen kann, wenn er dazu eingeladen wird.

 

Viele unserer Symbole hängen an den Charivaris. Manchmal bekommt man Anhänger dafür noch auf dem Flohmarkt, aber meist wohl eher auf Antikmärkten und da dann entsprechend teurer. Man sieht Krallen, Schnäbel, Mineralien, Korallen, Geschnitztes und etliches mehr an ihnen hängen. Wie wenig ihre ursprüngliche Funktion erkannt wird, das sieht man bei den unsere Kultur verarschenden Kopien auf dem Oktoberfest. Null Wissen ist da mehr vorhanden von dem, dass man zu dem ehemaligen Tier Kontakt aufnehmen und es um Hilfe bitten kann. Oder dass man sich mit der entsprechenden Kraft oder Fähigkeit des Tieres gut verbinden könnte.

 

Bauernhofmuseen werden gerne besucht, aber wem fallen dort die vielen magischen Zeichen an den alten Häusern noch auf?

Wer sieht die magischen Symbole in den ausgestellten Keramiken und Stoffen?

Man kann sogar noch Breverl, Freisenketten und Wachsstöckl offen daliegen sehen, aber was hat man damit früher wohl gemacht? Und wer ahnt, was man heutzutage damit noch bewirken kann?

Wer erkennt die vielen versteckten Botschaften in den Wollstrümpfen und Wollwesten der Trachten?

 

Bemalte Fensterläden und Wände, wann hat man die zum letzten mal studiert? Macht das mal, Ihr werdet überrascht sein, wenn Ihr das mit ein paar Büchern über Symbolik anschaut.

Sind auffallende Pfosten und Schnitzereien oder gewisse kreuzförmige Balkenkonstruktionen an den Ställen wirklich nur Zierde?

 

Das Problem: Schamanenzeichen sind in unserer Zeit direkt vor unserer Nase, aber sie sind nichts wert, weil sie eben laaaaange vor unserer Nase zu sehen waren.

Wie langweilig!

Und drum werde ich dann nach solch einer Aufzählung meistens nach "richtigen Schamanenzeichen" gefragt, also nach welchen, die was hermachen. 

 

*leise aufseufz*

 

Will man andere Menschen beeindrucken oder will man mit seiner Arbeit einfach nur was bewirken?

Das kann nur jeder für sich beantworten.

 

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Published by Tatzelwurm - in Schamanismus
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Kommentare

Raabenweib 01/31/2014 12:58

Also die Fraisenkette war kleiner und wurde dem Kind um den Hals gehängt.
Die Stallbet`n sieht ähnlich aus (mit Tierknochen, Fellstücken, Münzen und gekreuzten Knochen mit Jesus drauf, Bleiverzierungen, usw...) und die wurde an die Stalltür gehängt, damit das Vieh im
Stall geschützt ist vor der Drud. Ich hab so eine Stallbet`n (die sind größer als die Fraisenketten, etwa 40 cm lang) von einem Mann geschenkt bekommen, dessen Vater Wender war und gestorben ist.
Er kennt mich zwar nicht persönlich, hat aber von mir gelesen und mir die Kette dann geschickt/ geschenkt weil er meinte, ich würde gut auf sie aufpassen. Und das tu ich natürlich, denn sie ist mir
sowas von heilig... Solche Ketten werden mittlerweile teuer gehandelt, es gibt nicht mehr viele davon. Aber für mich ist es eine Kette die unser Haus und die Menschen die darin wohnen schützt, sie
hängt am Türstock meiner Stube. :-)

In meinem Buch "die Wenderin- Sonja Raab" hab ich auch Fotos von einer Fraisenkette drin und die genaue Beschreibung und auch einen alten Fraisbrief.

Alles Liebe, Sonja

Tatzelwurm 02/09/2014 15:45



Huhuuuu Sonja,


schön, dass Du dieses Geschenk so schätzt.


Ja, teuer sind sie wirklich und sehr, sehr rar geworden. Auf das Buch freue ich mich schon, es ist momentan noch in meinem Warenkorb, der losgeschickt wird, wenn ich wieder nachgekommen bin mit
dem lesen des Bücherstapels neben meinem Lehnstuhl.


Einen schönen Sonntag, herzliche Grüße, Monica



Raabenweib 01/30/2014 19:49

Hihi. Bei mir hängt nicht nur das Hirschgeweih über der Haustür sondern auch eine Fraisenkette (Stallbet`n) im Haus und das alles ganz bewusst. ;-)
Danke für deine Erzählung hier, genau das macht für mich den heimischen Schamanismus aus...

Liebe Grüße aus dem Ybbstal,

das Raabenweib

Tatzelwurm 01/31/2014 12:53



Huhuuu Raabin,


bei uns wurde die Fraisnkettn in erster Linie an die Wiege zum Schutz gehängt, denn sie sollte die Kinder vor allem in der gefährlichen ersten Zeit ihres Lebens schützen.


Welche Funktion hat sie bei Euch? Wird damit eher das Vieh (Stallbet'n) geschützt?


Neugierige Grüße, Monica  *vom Inntal bis ins Ybbstal wink*



Heinrich Schwyter 01/30/2014 13:30

Super, genau so ist es... Danke für diesen Artikel.

Tatzelwurm 01/30/2014 14:49



Ich danke ebenfalls für diesen Kommentar, er freut mich.  :-)


Einen lieben Gruß, Monica



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