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18. September 2011 7 18 /09 /September /2011 08:43

Als Montessori-Therapeutin reizen mich immer noch Sendungen über Bildungsthemen, selbst wenn ich längst nicht mehr in dem Bereich arbeite. Gestern, spät in der Nacht ging es darum, welche Bedingungen Kinder und Jugendliche brauchen, die z.B. von ADHS betroffen sind oder die hochbegabt sind.

Wie muss sich unser Bildungssystem ändern, damit diese Kinder nicht im üblichen Unterrichtssystem untergehen?

 

Eine Szene schockte mich. Gezeigt wurde ein Wissenschaftler, der über neuronale Systeme forschte. Es war für ihn selbstverständlich, nur für eine Demo fürs Fernsehteam einer Biene oder Wespe bei wachem Zustand die Schädeldecke mit dem Skalpell zu öffnen, die Lappen beiseite zu schieben, nur um zu zeigen, wie man dann Makroaufnahmen vom Gehirn machen kann, während man dem Tier Lernaufgaben gibt.

Bitte, wie verroht muss man sein, wenn man so etwas ständig macht und sogar unnötigerweise nur fürs Fernsehen???

 

Mal ehrlich, solche Studien sind wirklich nicht notwendig für die Menschheit. Sie dienen doch nur der Wissensgier einiger Wissenschaftler, die sich gar nicht mehr fragen, ob ihre Studie überhaupt notwendig ist und zu einer positiven gesellschaftlichen Veränderung führt.

 

Tierquälerei ist hier total unnötig. Wir brauchen doch nur das Wissen über Lernprozesse, das wir längst haben, umsetzen. Wozu gibt es Modellschulen wie in Bielefeld? Wieso setzt man nicht das Erfahrungswissen von jährlich prämierten Schulen landesweit um, anstatt Geld Menschen zu geben, die Tiere quälen und unnötige wissenschaftliche Forschungen betreiben? Was bringt uns denn noch eine Erkenntnis übers Gehirn, wenn wir als Gesellschaft eh nichts am Bildungssystem verändern wollen?

Wir brauchen keine Tierquäler, um für bessere Lernbedingungen zu sorgen, wir brauchen Herzenswärme und ganz andere Bedingungen für die Schulen. Mehr Autonomie zum Beispiel. 

Statt unnötig Geld an Menschen zu verschwenden, die sich damit beschäftigen, Tieren im Namen der Wissenschaft Schmerzen zuzufügen, könnte man Exkursionen nach Finnland bezahlen oder zu Modellprojekten, die Kinder ganzheitlich und liebevoll fördern. Das ist praktisches Lernen von Erwachsenen und das führt garantiert zu mehr hilfreichen Veränderungen als solche komischen Studien über irgendeine nervöse Reizweiterleitung. 

 

Unser kaltes Schulsystem hat doch Menschen wie diesen Wissenschaftler hervorgebracht. Gerade das ist das Signal, dass die Änderung im Pädagogikbereich losgehen muss und nicht im x-ten Forschungsobjekt übers Gehirn. Lest mal solche Schinken übers Gehirn, die sind doch unnötig wie ein Kropf. Weil sie - vielleicht mit Ausnahme von Autoren wie dem Spitzer - gar nicht dazu führen, dass sie unsere Gesellschaft positiv verändern.

 

Kann mal bitte jemand diesen herzlosen Irrsinn stoppen???

Kein Tier sollte mehr für sowas gefoltert werden dürfen.

 

 

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Kommentare

Sabienes 09/28/2011 18:53


Hallo Monica,
so kann ich dir zustimmen: Grenzen müssen sein. Halt immer die Frage, wie man sie durchsetzt.
Alle Systeme und schlauen Bücher haben auch immer den einen Nachteil, dass sich die Kids überhaupt nicht dran halten.

Raabenweib: Wenn alle Kinder in und mit der Natur aufwachsen könnten, hätten wir vielleicht eine bessere Welt. Vielleicht aber auch nicht.
Mit Sicherheit kannst du deinen Kindern etwas vermitteln, was andere nicht können. Und das kannst gerade du überall machen, ob in der Natur oder in der Stadt.
In der Natur ist es natürlich schöner, besser und einfacher!
Sabiene


Tatzelwurm 10/02/2011 13:56



Hallo SaBiene,


beim Thema Grenzen setzen ist vor allem wichtig, dass man es konsequent macht. Und ich glaube, das fällt den meisten sehr schwer.


Wünsch Dir einen schönen Sonntag, liebe Grüße, Monica


 



Raabenweib 09/25/2011 10:42


wahnsinn. und ich sag: kinder gehören raus in die natur, ins grün, in den wald, auf den berg, in den fluss- dann sind die ganz normal.


Tatzelwurm 09/28/2011 12:14



Hallo Raabenweib,


*zustimm*. Sie brauchen aber auch liebevolle Grenzen und kindgerechte Anregungen. Und ganz viele eine entsprechende Unterstützung, um mit der Natur überhaupt wieder was anfangen zu können. Ich
habe sehr viele Kinder erlebt, die waren erst einmal arg verunsichert, wenn sie aus ihrer Trabantenstadt heraus kamen.


Und auch manche Erwachsene reagieren furchtbar ängstlich, wenn sie auf dem Land z.B. auf für sie noch unbekannte Insekten treffen.


Liebe Grüße, Monica


 



Sabienes 09/18/2011 17:16


Da bin ich nicht ganz deiner Meinung.
Natürlich erleben wir heute Kinder, die eine andere Sensibilität aufweisen, deren Begabungen besonders gefördert werden müssen.
Das heißt aber nicht, dass sie wir sie nicht erziehen sollen. Und verstehe mich nicht falsch: ich bin wirklich gegen jede Prügelstrafe! Dennoch hatte ich es bei meinen Kindern immer wieder mit
lustlosen, demotivierten Lehrkörpern zu tun, die ihre Möglichkeiten nicht nutzen wollten oder konnten.
Geh mal in eine ganz normale Hauptschulklasse und versuche, als
LehrerIN gegen eine Horde türkischer Jungs durchzusetzen, denen man zuhause erklärt hat, dass sie sich von einer Frau nichts sagen lassen müssen. Und glaub nicht, dass sich eine solche Haltung
nicht auch bei den anderen Schülern durchsetzt.
In den Realschulen und Gymnasien sieht es nicht sehr viel besser aus.

Ich glaube, das Problem unserer Generation ist (bezogen auf Erziehung im Allgemeinen und an Schulen), dass wir uns zu lange mit Idealen der antiautoritären Erziehung aufgehalten haben, vielleicht
weil wir die autoritäre Härte einer erziehenden Kriegsgeneration erleben mussten.
Da ist man von einem Extrem ins andere gefallen.
Es ist ein Fehler, zu glauben, dass sich Kinder selber erziehen oder im Konsenz ihrer Umwelt. Kinder brauchen feste Grenzen.
Wie wir diese Grenzen allerdings ziehen, ist eine andere Sache. Das sollte natürlich mit möglichst viel Verständnis und Liebe erfolgen.
Sorry, ich könnte mich da in Rage reden, aber die Schulzeit meiner Kinder fand ich fast schlimmer, als meine eigene.
Delphine: Arbeiten mit Tieren ist eine feine Sache, aber in vielen Stationen ist es nicht so, dass die Delphine dies freiwillig machen. Aber sie scheinen ja immer zu grinsen, dass täuscht viel
Freundlichkeit vor.

LG
Sabiene


Tatzelwurm 09/28/2011 12:06



Liebe SaBiene,


stimmt, die grenzen-lose Pädagogik der sogenannten antiautoritären Bewegung war auch nicht das Wahre. Wobei das Problem eher an der Umsetzung liegt. Wenn man nämlich die Originaltexte der
Reformpädagogen (wie z.B. Summerhill, Montessori) liest, wird da immer betont, dass Freiheit nur im Zusammenhang mit Grenzen funktioniert. Letzteres wurde leider allzu oft von den Pädagogen
ignoriert. Die Folgen sieht man an den Schulen und allgemein in unserer Gesellschaft.


Und trotzdem, wenn die alte Pädagogik schon für Verwundungen und Traumata gesorgt hat, die neue Art genausowenig hilfreich ist, dann ist der richtige Weg nicht der, nur die alte wieder herbei zu
wünschen. Dann ist meiner Meinung nach eine neue Reform fällig. Und zwar eine, die die Fehler der alten Modelle vermeidet.


Liebe Grüße, Monica



Sabienes 09/18/2011 11:22


Das ist ja schon ziemlich grauenvoll. Eigentlich bräuchte es so einen Test wirklich nicht, schon gar nicht für das Fernsehen.
Überhaupt wird in Punkto Bildung viel zu viel sinniert und zu wenig gehandelt. Man wünscht sich bald Schulen von anno dazumal zurück, da hat man sich wenigstens auf irgendein Konzept verlassen
können.
Wie ich die Überschrift deines Artikels gelesen habe, kam mir als erstes diese unsägliche Delphinschwimmerei (Menschen gehen zu Delphinen in ein Becken und fühlen sich danach geheilt oder
geläutert) in den Sinn, die jetzt ja total modern geworden ist. Passt zwar nun wirklich nicht zum Thema, aber das sollte auch mal gesagt sein.;-)
Schönen Sonntag noch!
Sabiene


Tatzelwurm 09/18/2011 16:36



Liebe SaBiene,


die "Schulen von anno dazumal" haben wir ja eigentlich immer noch. Und sie verursachen viel Frust, vergeuden Potential, lassen noch viel zu viel Kinder und Jugendliche verloren gehen. Die
Gesellschaft hat sich verändert, also braucht es eigentlich auch eine Pädagogik, die adäquat drauf reagiert. Noch fördern wir die unterschiedlichen Begabungen nicht ausreichend, noch sondern wir
viel zu stark diejenigen aus, die nicht ins Bild passen. Nee, die alte Schule wünsche ich mir nicht zurück mit den riesigen Klassen und dem Rohrstock.


Die Delphintherapie macht in manchen Fällen schon Sinn, vor allem bei Autisten und Schwerstbehinderten. Aber es stimmt, es rentiert sich nicht immer der enorme Aufwand und die hohen Kosten. Das
Konzept der Delphintherapie in Kombi mit Physio- und Sprachtherapie könnte man durchaus mit anderen Tieren auch vor Ort erproben.


Liebe Grüße, Monica


 



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